ARTIKEL DES MANNHEIMER MORGENS:

 PROJEKT DER KLASSE R6B AN DER WALDSCHULE ERFOLGREICH VERWIRKLICHT /         RAMPE FÜR ROLLSTUHLFAHRER BRINGT BARRIEREFREIHEIT

 

Abenteuerpfad im Pausenhof

 

05. Juni 2019                                                       Autor: Klaus Schillinger 

 

Große Aufregung herrschte in der Klasse R6b der Waldschule. Denn ihr Projekt, der Abenteuerpfad, ist vollendet und wurde eingeweiht. Die Klasse hatte überlegt, wie sie die Freiflächen der Waldschule in den Pausen nutzen kann. Das Außengelände ist zwar riesig, aber es gibt wenige Punkte, die zum Verweilen und Agieren einladen. Bei einem früheren Projekt wurden aus Holz Sitzgelegenheiten geschaffen und aufgestellt, aber es fehlte noch etwas, um dem Tatendrang der Kinder Rechnung zu tragen – bis jetzt.

Klassenlehrerin Rebekka Duncker und die Sonderpädagoginnen Eveline Garus und Daniela Vielsäcker berichteten, dass die Schüler begeistert waren von diesem Projekt. Und weil diese Klasse auch Kinder mit Behinderungen besuchen, war es allen besonders wichtig, dass der Abenteuerpfad für alle Schüler nutzbar ist. Deshalb wurde extra eine Rampe angebaut, damit auch Rollstuhlfahrer mitmachen können.

Schaubilder zeigen Engagement

Zur Einweihung hatten die Schüler im Hof, vor ihrem Klassenzimmer, Tafeln aufgebaut, auf denen das Projekt vorgestellt wurde. Auf den Schaubildern war zu sehen, dass unter fachkundiger Anleitung zwei Tage lang der Balancierpfad geplant und vorbereitet wurde. Pläne und Skizzen wurden gemacht, wie der Pfad verlaufen soll – und auch wieder verworfen. Wichtig war den jungen Handwerkern ebenfalls, dass auch Kinder mit Handikap beim Projekt mitmischen und vom Ergebnis profitieren können. Danach ging es mit Feuereifer an die Durchführung der Arbeiten.

In zwei Gruppen transportierten die Schüler mit Schaufeln und Schubkarren Erde und Beton und arbeiteten mit Holz und Metall – keine normalen Schulfächer für die Klasse R6b. Aber mit fachkundiger Unterstützung eines Teams aus Heidelberg konnte der Pfad in einer Woche fertiggestellt werden.

Das baden-württembergische Kultusministerium hat ein Programm aufgelegt, das solche Maßnahmen unterstützt. „Kooperative Berufsorientierung“ (KooBO) auch an allgemeinbildenden Schulen hilft jungen Menschen, damit sie relativ früh und realitätsnah die berufliche Welt außerhalb der Schulen kennenlernen. Claudia Sander und Jörg Windmann, die an diesem Programm mitwirken, waren bei der feierlichen Eröffnung dabei. Sie zeigten sich begeistert von der Zusammenarbeit mit den Schulkindern.

Rot-weißes Band durchschnitten

Selbstverständlich können solche Projekte nicht ohne Sponsoren umgesetzt werden. Hier halfen eine ganze Reihe, auch aus der unmittelbaren Umgebung. Zur Einweihung des Abenteuerpfads in einer großen Pause waren fast alle Unterstützer gekommen. Gemeinsam zählten die Anwesenden von Zehn herunter auf Null, dann wurde das rot-weiße Band durchschnitten, und der Pfad füllte sich sofort mit neugierigen und fröhlichen Nutzern.

 

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 05.06.2019