„TAG DER BERUFSORIENTIERUNG“ AN DER WALDSCHULE

Die IHK Rhein-Neckar sowie acht Unternehmen und Betriebe aus Mannheim führten an der Waldschule einen „Tag der Berufsorientierung“ durch

Am 5. Oktober 2018 hat an der Waldschule ein „Tag der Berufsorientierung“ stattgefunden. Werkrealschüler der 8. und Realschüler der 9. Klassen erhielten einen Einblick in die Berufswelt. Nachdem Schulleiter Jörg Schuchardt die Jugendlichen begrüßt hatte, gab Iris Wolf von der Industrie- und Handelskammer Rhein-Neckar (IHK Rhein-Neckar) mit einer kurzen Rede den Startschuss für das Kennenlernen vieler Berufe. Über 20 Ausbildungsberufe bei acht Unternehmen und Betrieben aus Mannheim standen auf dem Programm. Darunter waren die Polizei, das Dorint Kongresshotel, der Mannheimer Morgen, die GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH, die MVV Energie AG, die AOK Gesundheitskasse, die Fuchs Schmierstoffe GmbH und die D & S Unternehmensgruppe.

Ausbildungsbotschafterin Isabell Kaadatz (Dorint Kongresshotel) lernt den Beruf der Hotelfachfrau. Sie stellte den Jugendlichen ihr Unternehmen und ihren Ausbildungsberuf vor. Kaadatz machte auch die Vorteile ihres Berufs deutlich: „Derzeit herrscht ein Fachkräftemangel, der eure Chancen erhöht. Dadurch ist auch ein schnellerer Aufstieg im Unternehmen möglich.“ Lara Steeg und Mimoza Dobruna vertraten als Ausbildungsbotschafterinnen den Mannheimer Morgen. Sie stellten ihren Ausbildungsberuf der Medienkauffrau für Digital und Print vor. Teil ihrer Ausbildung sei nicht nur das Durchlaufen der Bereiche des Mannheimer Morgen. Denn Auszubildende und Studierende des Mannheimer Morgen übernehmen Verantwortung und geben das Magazin abgehn! heraus mit allen Arbeitsschritten und eigenem Budget. Personalreferentin für Ausbildung Dana Kürbs (D & S Unternehmensgruppe) begrüßte das aktive

Miteinander von Unternehmen und Schulen: „Die Schulen sind jetzt verstärkt mit dabei. Wir können so frühzeitig Fachpersonal anwerben. Gerade bei den Bau- Berufen besteht ein geringes Interesse. Diesem können wir durch solche Veranstaltungen entgegenwirken.“

Fast jede 10. Ausbildungsstelle in Deutschland ohne Auszubildenden

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sieht in seinem Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2018 junge Menschen im Vorteil, die einen Ausbildungsplatz suchen. Zwar haben Unternehmen und Betriebe im Vergleich zum Vorjahr neue Ausbildungsplätze geschaffen. Doch die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen in Deutschland hat zugenommen. Fast jede 10. Ausbildungsstelle blieb unbesetzt. Das BIBB weist der beruflichen Orientierung einen hohen Stellenwert zu, da sie zweierlei leistet: Sie beugt dem Fachkräftemangel vor und senkt die Zahl der Ausbildungsabbrüche. Wichtigste Träger dieser Aufgabe sind Schulen, die mit Unternehmen und Kammern zusammenarbeiten sollen.

Burkay Uzun (Fuchs Schmierstoffe GmbH) verglich seinen Ausbildungsberuf mit dem eines Kochs: „Chemikanten mischen Chemikalien wie nach einem Kochrezept. Wir machen das in 20- oder 70-Tonnen-Behältern und verwenden dazu technische Anlagen.“ Uzun stellte mit seinen Azubi-Kollegen Zeren Ersöz und Dennis Märkle das Unternehmen Fuchs sowie den Beruf des Chemikanten vor. Märkle berichtete den Waldschülern aus dem Unternehmensalltag und verdeutlichte den Vorteil eines Praktikums: „Ein junger Mann hat vor einiger Zeit ein Praktikum bei uns absolviert. Als es für ihn dann um einen Ausbildungsplatz ging, musste er nur noch zum Vorstellungsgespräch kommen.“ Da die drei Ausbildungsbotschafter selbst erst im zweiten Lehrjahr sind, fanden sie schnell einen Zugang zu den Waldschülern. Uzun forderte die Jugendlichen zum Bewerben auf: „Ich weiß, dass Absagen blöd sind. Vor der Bewerbung habt ihr

nichts und nach der Bewerbung habt ihr vielleicht nur eine Absage. Aber ihr könnt nur gewinnen.“
Ausbildung schafft Zukunft
Für junge Menschen ist eine abgeschlossene Berufsausbildung ein Gewinn. Sie verringert deutlich die Gefahr, arbeitslos zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt das BIBB in seinem Datenreport. Drei von vier jungen Erwachsenen arbeiten nach Abschluss ihrer Ausbildung in ihrem Beruf. Die Arbeitslosenzahlen von jungen Menschen nehmen seit 2009 stetig ab für die Zeit nach Ausbildungsabschluss. Wichtig ist der erste Schritt, der gemacht werden muss. Wolf (IHK Rhein-Neckar) ermutigte die Waldschüler, hier offen für Neues zu bleiben: „Legt euch nicht auf einen Wunschberuf fest, sondern schaut nach links und rechts. Dadurch findet ihr dem Wunschberuf ähnliche Berufe und das erhöht eure Chancen, etwas Passendes zu bekommen.“ Oft kommt es vor, dass jungen Menschen etwas anderes wollen als ihren Ausbildungsberuf. Uzun (Fuchs Schmierstoffe GmbH) gab hier den Waldschülern einen Rat mit auf den Weg: „Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung stehen euch viele Wege offen egal was ihr noch vorhabt.“

Wolf (IHK Rhein-Neckar) äußerte sich zufrieden über den „Tag der Berufsorientierung“ an der Waldschule: „Wir haben es geschafft, ein breites Spektrum an Berufen abzubilden. Wir wollten Schüler ansprechen und aufwecken, damit erste Ideen für ein sinnvolles Praktikum entstehen.“

Cat